Böhmisch Neuhäusl

Die Siedlung Böhmisch Neuhäusl lag direkt an der Grenze an der Straße von Böhmischdorf nach Neudorf in Deutschland. Die Gebäude der beiden Dörfer waren nur durch die Staatsgrenze getrennt. Noch heute berühren die Anwesen von Neudorf direkt die Staatsgrenze. Erstmals wurde Neuhäusl auf einer Karte aus den Jahren 1764-1768 verzeichnet, später wurde der Zusatz Böhmisch hinzugefügt, um zu verdeutlichen, dass die Ortschaft auf der böhmischen Seite der Grenze lag. In Wirklichkeit lebten hier jedoch deutschsprachige Einwohner. 1930 bestand die Ortschaft aus 28 Anwesen mit 255 deutschen Einwohnern und drei Ausländern. Hinsichtlich der Fläche und der Einwohnerzahl war es größer als Böhmischdorf, zu dem es gehörte. Wer nicht in der nahegelegenen Glashütte beschäftigt war, arbeitete im Wald, flocht Körbe oder ging zur Arbeit in die benachbarte Oberpfalz, wo er oft in den Granitsteinbrüchen arbeitete. Es gab einen Dorfladen, das größte Gebäude war Lindner's Gasthaus Nr. 19.

Die Ortschaft, die sich entlang der Grenzlinie erstreckt, wurde unmittelbar nach der Ausrufung der verbotenen Grenzzone dem Erdboden gleichgemacht. 1952 wurden die letzten Bauernhäuser abgerissen. Heute würde man vergeblich nach Spuren der verschwundenen Ortschaft auf den Weideflächen suchen. Viel interessanter ist es, nach Neudorf in Deutschland zu fahren und der Staatsgrenze nach Norden zu folgen. Hier, auf einer Strecke von knapp 2 km, gibt es entlang des Grenzwegs mehrere Felsen, die als historische Grenzpunkte und alte Grenzsteine dienten. Ein selten erhaltener Grenzwall aus den Jahren 1937-1938 erinnert an die Befestigung des tschechischen Grenzgebiets in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

 

Entfernung:

Praha - 182 km
Rozvadov - 16,5 km
Regensburg - 97 km

Vermisst du hier etwas?